Studentenreiten

Viele Reiter, die außerhalb ihrer Heimatstadt ein Studium absolvieren, haben währenddessen keine Möglichkeit, ihren Sport auf Turnieren auszuüben. Oft fehlt es an Zeit, Geld oder Pferden.

Zu diesem Zweck veranstalten die Reitgruppen der deutschen Universitäten regelmäßig Hochschulvergleichsturniere, sogenannte CHUs (von frz. Concours hippique universitaire), zu denen alle pferdesportbegeisterten Studenten eingeladen sind. Die Besonderheit dabei ist, dass zur Teilnahme kein eigenes Pferd mitgebracht werden muss, sondern Pferde von Reitschulbetrieben, Züchtern und Privatbesitzern für die Prüfungen zur Verfügung gestellt werden.

Zu überwindende Klippen

Neben der Schwierigkeit, eine Prüfung auf einem bestimmten Niveau mit einem fremden Pferd zu bestreiten, gibt es noch eine weitere Klippe: den Teilnehmern sind jeweils nur fünf Minuten Vorbereitungszeit auf dem jeweiligen Pferd erlaubt, im Springen nur zwei Probesprünge. Das Warmreiten der Pferde übernehmen Pferdebesitzer oder Mitglieder der veranstaltenden Reitgruppe.

Die Prüfungen finden in Dressur und Springen statt und beginnen mit der Klasse A. Nur der beste Reiter auf einem Pferd erreicht die nächste Runde, die in der nächsthöheren Klasse ausgetragen wird. Dadurch, dass die Pferde für alle Teilnehmer gleichermaßen unbekannt sind, ist dieses System besonders auf Fairness ausgerichtet. Insbesondere kommt es darauf an, wie gut sich der Reiter auf das jeweilige Pferd einstellen kann. Die besten zwei Teilnehmer erreichen schließlich das Finale der Klasse M. Gekürt werden immer die Sieger der einzelnen Disziplinen, ein Sieger der kombinierten Wertung sowie ein Mannschaftssieger.

Der sportliche Aspekt ist aber nicht der einzige, der die Studentenreiterei ausmacht. Jedes CHU beginnt mit einem Eintreffabend unter einem bestimmten Motto, der dem gegenseitigen Kennenlernen dient. Auch am nächsten Abend wird ausgelassen gefeiert, sodass sich der Besuch einer solchen Veranstaltung auch für die Unterstützer der einzelnen Reitgruppen lohnt, die sich nicht selbst in den Sattel schwingen.